Windmühlen als Wahrzeichen

von am 24. November 2011 in Nachricht, Portugal

Berlin – Die Windmühlen auf den Azoren wurden einst genutzt, um mit der Kraft des allgegenwärtigen Windes Korn zu mahlen. Heute veranschaulichen sie als Denkmäler die kulturelle Vielfalt der Azoren. Denn wer genau hinschaut, bemerkt schnell, dass sich Farbe und Funktionsweise der moinhos de vento von Insel zu Insel deutlich unterscheiden und entdeckt Stilelemente aus der Zeit flämischer Besiedlung.
Die Insel Graciosa, deren Name auf Portugiesisch „die Anmutige“ bedeutet, beherbergt mit rund 28 Windmühlen die meisten noch erhaltenen und zum Teil liebevoll restaurierten Mühlen der Inselgruppe. Sie zeichnen sich durch ein weißes Steinfundament mit einer leuchtend roten, drehbaren Kuppel aus. Auch die Windmühlen der Insel Corvo verfügen über einen raffinierten Mechanismus, der den oberen Teil der Mühle stets im Wind ausrichtet. Sie sind hingegen aus dem typischen schwarzen Lavastein der Insel erbaut. Diese Bauart wird wegen des festen Rumpfes moinho fixo genannt.
Die Windmühlen auf Faial und São Jorge bestehen aus einem vergleichsweise kleinen Steinrumpf, auf dem ein großer hölzerner Mühlenaufsatz samt Flügel aufbaut. Hier dreht sich der Großteil der Mühle mit dem Wind. Diese Bauart nennt sich wegen des charakteristischen Drehgelenks moinho giratório.
Auf Graciosa sind die sorgsam restaurierten Mühlen zu einem Wahrzeichen geworden. Einige Windmühlen fallen durch farbige Fenster- und Türumrandungen auf und wurden zu einladenden Ferienhäusern umgebaut. Sie zeugen also nicht nur von nostalgischer Schönheit, sondern dienen als gutes Beispiel dafür, wie Kulturgut erhalten und sinnvoll genutzt werden kann.

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