Übernachtungspreise der Hotels steigen weltweit

von am 13. September 2012 in Business, Hostels & Hotels & Resorts, Nachricht

Übernachtungspreise der Hotels steigen weltweit
Steigende Hotelpreise - Zelten ist preiswerter. Eine echte Alternative sind auch Privatunterkünfte. Foto: I. Glöckel / pixelio.de

Berlin – Seit langer Zeit steigen die Hotelpreise wieder an. Zu diesem Ergebnis kommt die jüngste Ausgabe des Original Hotel Price Index (HPI) von Hotels.com, der zweimal jährlich die tatsächlich gezahlten Zimmerpreise in etwa 140.000 Hotels analysiert, und die Ergebnisse der ersten sechs Monate des Jahres 2012 mit dem gleichen Zeitraum des Jahres 2011 vergleicht. Alle erfassten Regionen verbuchten steigende Hotelpreise, weltweit stieg der durchschnittliche Hotelpreis um vier Prozent. Wie bereits im Vorjahreszeitraum war Capri das teuerste Reiseziel weltweit – hier kletterten die Hotelpreise um 15 Prozent auf 239 Euro.

Trotz großer regionaler Unterschiede steigt Preisniveau weltweit an

In den vergangenen Jahren haben politische und wirtschaftliche Ereignisse die Entwicklung der Hotelpreise stark beeinflusst. Derartige externe Einflüsse schienen 2012 allerdings weniger Auswirkungen auf die Hotelpreise zu nehmen. Denn trotz Schuldenkrise, Naturkatastrophen und politischen Unruhen stiegen in sämtlichen Regionen, die im aktuellen HPI erfasst sind, die Hotelpreise an. Die starke Wirtschaft in der Pazifik-Region war erneut für den höchsten prozentualen Anstieg (sechs Prozent) verantwortlich. So mussten Reisende aus der Eurozone in Sydney deutlich tiefer in die Tasche greifen, denn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stiegen die Hotelpreise um zwölf Prozent auf 123 Euro pro Zimmer und Nacht. Den zweitstärksten Anstieg verzeichnete Nordamerika. Hier wurden deutsche Urlauber bei den Übernachtungskosten mit einer Steigerung von fünf Prozent konfrontiert, da der Euro gegenüber dem Dollar an Wert verlor. So blieb New York weiterhin in den Top Drei der teuersten Reiseziele weltweit, mit durchschnittlichen Zimmerpreisen von 178 Euro, eine Steigerung von vier Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Auch in Asien erholten sich die Preise vom Rückgang im ersten Halbjahr 2011, und vor allem Japans Aufschwung nach Erbeben, Tsunami und Nuklearkatastrophe ließ die durchschnittlichen Hotelpreise in Asien um vier Prozent ansteigen. In Tokio kletterten die Übernachtungskosten um zehn Prozent auf 104 Euro im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. In Lateinamerika dagegen fiel die Preissteigerung verhaltener aus. Auch wenn einzelne Volkswirtschaften ein starkes Wachstum verzeichnen konnten, verlangsamte sich das Wachstum in der Region insgesamt und der Durchschnittspreis stieg um nur ein Prozent. In einzelnen Destinationen mussten Urlauber allerdings stärkere Preisschwankungen in Kauf nehmen. Rio de Janeiro avancierte im ersten Halbjahr 2012 zum zweitteuersten Reiseziel im HPI, mit einem Preissprung um 24 Prozent auf 210 Euro im Durchschnitt.

Leichter Preisanstieg in Europa, Naher Osten und Nordafrika

Eine vergleichbare Entwicklung wie in Lateinamerika ließ sich auch in Europa, dem Nahen Osten und Nordafrika feststellen. Die gesamte Region verzeichnete zwar nur einen leichten Preisanstieg von einem Prozent, doch innerhalb der Region gab es beachtliche Schwankungen. So hinterließ die Eurokrise in vielen Destinationen ihre Spuren, wie der Preissturz in Athen um weitere acht Prozent auf 73 Euro pro Zimmer und Nacht, im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, zeigt. Auch in Spanien konnten Urlauber von günstigeren Zimmerpreisen profitieren. In Marbella sank das Preisniveau um elf Prozent auf 102 Euro. Im Gegensatz dazu stiegen die Preise in denjenigen Reisezielen, die im ersten Halbjahr 2012 als Veranstaltungsort für große Sportereignisse fungierten. So zeigte Kiew mit einer Steigerung von 27 Prozent auf 127 Euro als Gastgeber der EURO 2012 den höchsten Preisanstieg in Europa.

Hohe Steigerung in München

Auch Wettbewerber Hotel.de hat in seiner Untersuchung einen Preisanstieg ausgemacht.  Insbesondere in den deutschen Großstädten, aber auch in den internationalen Metropolen sind auf breiter Front höhere Übernachtungskosten zu verzeichnen. Dies zeigt eine Untersuchung von hotel.de, der gebührenfreie Online-Hotelreservierungsservice für mehr als 210.000 Hotels weltweit, mit seinem aktuellen Hotelpreisbarometer.

 

Ergebnisse des Hotelpreisbarometers für Deutschland (Preise in Euro)*

Stadt August ’12 Juli ’12 August ’11

Vgl. August ’12 zu August ’11 in %

1. München 99,57 96,50 85,81

16,04

2. Krefeld 96,18 77,19 83,76

14,83

3. Rostock 95,92 83,90 88,59

8,27

4. Mannheim 95,56 99,50 96,86

-1,34

5. Bonn 94,17 94,16 90,46

4,10

6. Freiburg 92,22 92,79 90,20

2,24

7. Hamburg 90,39 88,55 88,62

2,00

8. Lübeck 89,80 89,55 89,32

0,54

9. Kiel 87,31 86,25 83,50

4,56

10. Gelsenkirchen 86,63 85,71 80,92

7,06

 

Auch die Hoteliers der bayrischen Landeshauptstadt scheinen sich wegen des nahenden Oktoberfestes schon auf einen stärkeren Besucherandrang vorzubereiten. Gegenüber dem Vorjahresmonat stiegen die Übernachtungskosten im August bereits um knapp 16 Prozent auf durchschnittlich rund 100 Euro. Nach vorläufigen Buchungszahlen dürfte für den Zeitraum des Oktoberfests der Anstieg gegenüber dem Vorjahr mit einem Plus von 4,47 Prozent dann allerdings etwas gemäßigter ausfallen. Damit lägen die Zimmerpreise nur knapp über der Teuerungsrate des beliebten Gerstensafts: Für eine Wiesn-Maß müssen die Besucher 2012 durchschnittlich 3,86 Prozent mehr auf den Tresen legen.**

Auf Platz 2 der nationalen Rangliste liegt Krefeld. Hier mussten Zimmersuchende ebenfalls deutlich tiefer in die Tasche greifen. Einige Veranstaltungen, darunter ein Sportevent und eine Messe, dürften zu dem Anstieg der Übernachtungskosten um 14,83 Prozent auf durchschnittlich 96,18 Euro beigetragen haben.

In Mannheim waren die durchschnittlichen Ausgaben für ein Zimmer mit 95,56 Euro im August dieses Jahres etwas geringer. Auch in Lübeck wurde die Reisekasse geschont. Mit einem Plus von 0,54 Prozent blieben die Übernachtungskosten nahezu stabil. In allen anderen Städten im nationalen Ranking mussten die Zimmersuchenden insgesamt jedoch mehr bezahlen.

 

Ergebnisse des Hotelpreisbarometers für europäische Hauptstädte (Preise in Euro)*

Stadt August ’12 Juli ’12 August ’11

Vgl. August ’12 zu August ’11 in %

1. Moskau 165,63 166,39 146,55

13,02

2. London 164,04 167,87 141,87

15,63

3. Stockholm 149,22 133,35 137,83

8,26

4. Oslo 148,81 119,66 150,73

-1,27

5. Kopenhagen 144,67 127,25 144,53

0,09

6. Helsinki 119,80 105,10 113,04

5,98

7. Kiew 110,52 117,07 98,21

12,54

8. Paris 110,34 135,19 116,20

-5,04

9. Amsterdam 108,37 105,66 116,70

-7,14

10. Ljubljana 89,02 97,96 95,65

-6,93

 

Moskau löst London nach der Olympiade wieder als teuerste europäische Hotel-Destination ab. Allerdings folgt die englische Hauptstadt nur knapp dahinter. Denn zum einen endeten die Olympischen Sommerspiele erst in der zweiten Augustwoche, zum anderen starteten dort Ende August die Paralympics. In Kiew lagen die Hotelpreise noch immer auf einem relativ hohen Niveau. Im Jahresvergleich mussten Zimmersuchende 12,54 Prozent mehr auf den Tresen legen. Stabil blieben die Preise hingegen in Kopenhagen. Insbesondere in Paris, Amsterdam und Ljubljana profitierten die Hotelgäste sogar von gesunkenen Übernachtungskosten. Auch wenn sich die Zimmer in Berlin gegenüber dem Vorjahr um über 5 Prozent verteuerten, war die deutsche Hauptstadt mit einem Durchschnittspreis von 74,33 Euro im internationalen Vergleich erneut sehr günstig.

Ergebnisse des Hotelpreisbarometers für weitere Hauptstädte und Metropolen (Preise in Euro)

Bei der internationalen Preisbetrachtung ist der „Big Apple“ New York weiterhin ein sehr teures Pflaster. Im August stiegen die Übernachtungskosten für Gäste aus dem Euroraum zum einen aufgrund höherer Zimmerpreise, aber auch aufgrund des schwächelnden Euro, gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 22,31% auf 208,59 Euro an. Auch in Singapur (195,33 Euro) und Sydney (169,12 Euro) waren Währungsschwankungen für einen Großteil des Preisanstiegs verantwortlich.

Lediglich in Rio de Janeiro mit einem Rückgang von 11,35 Prozent auf 146,55 Euro und in Zürich mit einer Vergünstigung von rund 5 Prozent auf durchschnittlich 156,42 Euro wurde die Reisekasse nicht durch höhere Zimmerpreise belastet. Geringer waren die Übernachtungskosten mit 90,12 Euro in Istanbul.

Lediglich in Rio de Janeiro mit einem Rückgang von 11,35 Prozent auf 146,55 Euro und in Zürich mit einer Vergünstigung von rund 5 Prozent auf durchschnittlich 156,42 Euro wurde die Reisekasse nicht durch höhere Zimmerpreise belastet. Geringer waren die Übernachtungskosten mit 90,12 Euro in Istanbul.

* Deutsche Großstädte ab 200.000 Einwohner, europäische Hauptstädte ab 500.000 Einwohner
** http://www.muenchen.de/veranstaltungen/oktoberfest/bier/bierpreise.html

 

Wem die Preise nun die Lust auf ein Hotelzimmer verderben oder wer mehr Kontakt zur einheimischen Bevölkerung sucht, fährt mit privaten Unterkünften sicher besser. Eine Alternative sind zum Beispiel airbnb.de, 9flats.de, wimdu.de oder bedycasa.de, die mittlerweile auch alle Bedienoberfächen in deutscher Sprache haben. (IP)

 

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